Erste Scheibe

Liebe ContraBrass-Ultras,

wir haben unser erstes Album im Kasten. Boom!
Grund genug, euch mit ein paar Details und Gerüchten zu füttern.

Als die intensive Vorplanung Mitte März endlich durch war, plünderten wir euphorisch unsere gesamte Bandkasse, ölten eifrig unsere Ventile und machten uns auf in die Hauptstadt. Dort angekommen, probten wir den Tag vor den Aufnahmen vor allem die neuen Sachen und versuchten, viel aufeinander zu hören und die Intonation sauber abzustimmen, was bei Blechbläsern immer so eine Sache ist. Neu an unserer Besetzung war, dass wir einige Stücke mit drei Posaunen einspielten und Dörrie nur noch rappte und sang. Die Band bestand für das Projekt also aus 10 Musikern, was eine enorme Bereicherung für den Klang darstellte. Die Stimmung war von Anfang an hammermäßig, wie immer. Das ist das Schöne, wenn du solche Projekte gemeinsam durchziehst – du wächst vom ersten Moment unglaublich eng zusammen. Da wir alle schon mindestens eine Tour mit CB gemacht hatten zuvor, war die Teamchemie oft wie auf einer Klassenfahrt, nur ohne blöde Lehrer oder Busfahrer.
Dann gingen die Aufnahmen los. Das war musikalisch und menschlich eine sehr intensive Erfahrung für uns alle, denke ich, gerade, weil wir auch einige neue Songs eingespielt haben, die wir noch nie zuvor gemeinsam live gespielt hatten. Wir haben jeden Tag bestimmt mindestens 9 Stunden in dem Tonstudio verbracht. Auf der einen Seite sind solch lange Tage oftmals enorm fruchtbar, weil die kollektive Kreativität endlose, wundervolle Ausmaße nimmt und die Takes besser und besser werden, auf der anderen Seite entstehen aber natürlicherweise auch viele Spannungen und man ist schneller erschöpft und vergisst, genug Pausen zu machen. Wir haben von beiden Seiten gelernt, denke ich. Rückblickend hat alles verdammt gut geklappt. Am Ende waren alle Songs im Kasten. Und in Erinnerung bleiben vor allem die vielen guten und lustigen Momente. Ich erinnere mich gern daran zurück, wie Traute sich im Sousaphon-Koffer versteckte, wie Thomas die Kindertröte in den Pausen spielte, wie Dörrie und ich in letzter Sekunde noch den entscheidenden Einfall für eine Textänderung hatten, wie wir abends alle völlig erschöpft aber glücklich in der Kneipe um die Ecke Feierabendbier getrunken haben und wie wir am letzten Abend durch enorm viele witzige Vorschläge letztendlich auf den Albumtitel gekommen sind. All das hat uns geprägt und weitergebracht als Band. Wir sind tierisch gespannt auf das Ergebnis. Grundsätzlich ist Optimismus da. Wir hatten unglaubliches Glück mit Balti und Philip als Produzenten, die musikalisch sehr auf Zack waren, aber vor allem auch zwischenmenschlich einige brenzlige Situationen bravourös gemeistert haben. Vielen Dank nochmals dafür!
Nach dem letzten Take waren wir natürlich alle komplett am Ende, sowohl unsere Ansätze als auch unsere Köpfe und Körper waren unglaublich müde. Aber wir waren gleichzeitig wahnsinnig glücklich und emotional. Würde ich diesen Text für ein Ü40-Magazin schreiben, hätte ich an dieser Stelle den Vergleich zu den Gefühlen einer Mutter nach der Geburt ihres Kindes gebracht, denke ich.
Musikalisch möchte ich nicht allzu viel über unser Baby verraten, es soll ja spannend bleiben. Ich denke aber, dass es offensichtlich ist, dass wir unser Ding durchgezogen und nur Songs aufgenommen haben, mit denen wir alle zufrieden sind und hinter denen wir zu 100% stehen. Und obwohl wir relativ viel mit Genres jonglieren, ist unser Sound doch relativ signifikant und dadurch ergibt sich ein roter Faden, der sich von Song zu Song hangelt. Das ist das Schöne an dieser Art von Brass-Sound – er ist unverkennbar eigen. Inhaltlich haben vor allem Dörrie und Olli sehr viele Themen in ihren Texten abgedeckt, die uns alle beschäftigen und berühren. Ich glaube, dass es wichtig ist, zu betonen, dass alle auch die Texte so meinen, wie sie auf dem Album zu hören sind.
And stay tuned! Wir planen nun unsere Release-Tour im September, auf der wir möglicherweise auch in eurer Stadt vorbeischauen werden. Wer weiß, vielleicht sehen wir uns dort!

Bis dahin grüßt mit kartoffeligen Grüßen und hohen Tönen
Max (Trompete)

 

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